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2004 Celle

Protokoll Celle

 

ARBEITSGEMEINSCHAFT DER DIREKTOREN DER DEUTSCHEN
WIRTSCHAFTSGYMNASIEN UND ANDERER UNTERRICHTSANSTALTEN
MIT WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTLICHEM ZWEIG
- Vorstand –

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Helmut Strankmeyer, Schriftführer ,c/o H 20, Gropiusring 43, 22309 Hamburg,
Tel. 040/428 980-345 . Fax 040/428 980-360,. e-mail helmut.strankmeyer(at)bbs.hamburg.de

Protokoll der Arbeitstagung in Celle vom 15. – 18. Sept. 2004

1. Tag

Mittwoch, 15. 9. 2004, 18 – 19 Uhr, Begrüßung und Empfang im Celler Schloss, Rittersaal

Der Vorsitzende der AG, Norbert Junge, begrüßt die 90 Teilnehmer/innen des diesjährigen Treffens, bedankt sich beim Gastgeber, Herrn Bernd Habekost und seiner Frau für die hervorragende Vorbereitung des Treffens, beim Oberbürgermeister der Stadt für diesen beeindruckenden Empfang im historischen Rittersaal des Celler Schlosses.

Oberbürgermeister Martin Biermann freut sich über die Durchführung der Tagung in Celle und stellt in launigen Worten die Geschichte und Bedeutung Celles dar.
Nach Überreichung der Gastgeschenke für den Bürgermeister durch N. Junge gibt es einen angeregten ersten Gedankenaustausch unter den angereisten Teilnehmern.
Lob und Anerkennung findet die sehr freundliche Bewirtung durch Schüler/innen der BBS Celle!

2. Tag

Donnerstag, 16. 9. 2004, 9 – 10.45 Uhr, Begrüßung durch den Landrat und Referat zur Entwicklung des Fachgymnasiums – Wirtschaft – in Niedersachsen

Landrat Klaus Wiswe heißt alle Gäste herzlich willkommen und stellt die Zuständigkeit des Landkreises für alle Schulen im Landkreis Celle dar. Er hebt die gute Zusammenarbeit vor allem mit den vier beruflichen Schulen hervor und weist die OECD-Kritik als unberechtigt zurück. - Ein Ziel sei der „Ausbau der Schulen in der Fläche“, es gelte, die Entfernungen zwischen den Schulen möglichst gering zu halten.
N. Junge dankt dem Landrat und überreicht als Gastgeschenk die Hamburger
„Zitronenjette“.

LRSD Heiko Seemann-Weimar, Bezirksregierung Braunschweig, referiert anhand einer PowerPoint-Präsentation die Entwicklung des Fachgymnasiums(FG) Wirtschaft von 1997 bis 2003 (Die Präsentation kann beim Protokollanten abgefordert werden).

Ausgangspunkte 1997 waren die Curriculum-Diskussion in der Beruflichen Bildung seit Anfang 1990 (Handlungsorientierung, Schlüsselqualifikationen, Projekte, Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung), die Lernfelddiskussion seit 1995, die in Niedersachsen beschlossenen handlungsorientierten, offeneren, ganzheitlich orientierten Rahmenrichtlinien in der Berufsfachschule, Fachoberschule und der Berufsoberschule und der Reformbedarf im Fachgymnasium.

Im Niedersächsischen Schulgesetz von 2003 (§ 19) wird hervorgehoben, dass das FG eine „allgemeine Grundbildung vermittelt und eine berufsbezogene Schwerpunktbildung ermöglicht, dabei werden Schüler/innen „in einen Beruf eingeführt oder für einen Beruf ausgebildet“.

Als unveränderbare Eckpunkte wurden 2000 festgehalten: Anerkennung durch die KMK-RV, Erhalt der Studierfähigkeit, Erhalt des FG als berufsbildende Schulform.

Als curriculare Grundstrukturen galten: Schärfung des berufsbezogenen Profils, informationstechnische Grundbildung für alle, Fachpraxis als Pflichtfach, mögliches Praktikum im Jahrgang 11, verpflichtendes fächerübergreifendes 80-Std.-Projekt im FG WG.
Die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik auch mit berufsbezogenen Inhalten, Projektarbeit als Ersatz für Facharbeit möglich, fächerübergreifendes Lernen, Methoden als Inhalt, Exemplarität vor Vollständigkeit, Struktur- vor Fachwissen.

Die Veränderungen im Schulgesetz 2003 regelten u. a. Verlängerung der max. Verweildauer von vier Jahren durch die Schule um ein weiteres Jahr, für die schriftliche Abiturprüfung werden zentral die Aufgaben erstellt (Zentralabitur), auch für die Fachgymnasien. Einige Besonderheiten für das FG: In D, E und M ist ein Prüfungsvorschlag berufsbezogen, das 2. und 3. Prüfungsfach ist berufsbezogen (Informationsverarbeitung als 3. PrFach unterliegt nicht dem Zentralabitur). (Näheres zum Zentralabitur in der AVO-GOFAK).

Die Schülerzahlen im FG WG Niedersachsens haben sich von ca. 7900 in 1995 auf ca. 9850 in 2003 entwickelt.

11.15 – 13.00 Uhr, Vorstellung Die Entwicklung der Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen zu „ Regionalen Kompetenzzentren“

Bernd Henkel (MK), Niedersächsisches Kultusministerium, Geschäftsstelle ProReKo, referiert anhand einer PowerPoint-Präsentation. (Nähere Informationen bei bernd.henkel(at)mk.niedersachsen.de).

ProReKo ist der „bisher weitestgehende, alle Organisationsbereiche und –ebenen betreffende Versuch zur Modernisierung des berufsbildenden Schulwesens“ in Niedersachsen, so der Ausgangspunktes des Referates, einstimmig beschlossen vom Nds. Landtag am 17. 9. 2001. Der Versuch ist auf 5 Jahre angelegt.

Z. Zeit beteiligen sich 19 Berufsbildende Schulen, d.h. 30 % der Gesamtzahl an dem Versuch. Nötig zur Teilnahme sind ein Gesamtkonferenzbeschluss und die Zustimmung des Schulträgers.

Folgende Ziele wurden vorgegeben: Verwaltungsleiter, Schulbeirat, Fort- und Weiterbildungsangebote in privatrechtlicher Form, Prämien/Zulagen als leistungsbezogene Entgelte für Lehrkräfte, Jahresarbeitszeitkonto für Lehrerkräfte, wirtschaftliche Betätigung der BbS in der Region, vollständige personalrechtliche Befugnisse der Schule („Geld statt Stellen“). An der Implementierung des Projektes beteiligt waren u. a. auch der Hauptpersonalrat und die Frauenbeauftragte.

Die Aktivitäten beziehen sich auf verschiedene Arbeitsfelder (AF):
Bildungsangebote (beziehen sich auf regionale, individuelle Bildungsangebote und auf neue Produkte), Personalmanagement (Übertragung aller dienstrechtlichen Befugnisse außer Disziplinarrecht, Amtshaftungsrecht, Dienstunfähigkeits-Feststellung auf die Modellschulen),
Budgetierung, Qualitätsmanagement (Orientierung am EFQM-Modell= European Foundation Quality Management)., Steuerung (Kennzahlen, verschiedene Steuerungsebenen).

Die Übertragung der evaluierten Ergebnisse auf sämtliche berufliche Schulen soll 2008 erfolgen.

(Lit. Hinweise:
1. Dt. EFQM-Center, dec(at)dgq.de, www.deutsche-efqm.de
2. Unser Schule auf dem Weg in die Zukunft, Schulentwicklung nach dem EFQQM-Modell, Hg. K. H. Kotta, 2. Auflage, Verlag Kastner, Schlosshof 2 – 6, 85283 Wolnzach, Fax 08442/2289, Tel. 08442/9253-0, Preis €25,00
3. Handout: Berufsbildende Schulen Niedersachsen, Projekt Regionale Kompetenzzentren
Erfahrungen und Perspektiven , Kurzbericht aus Sicht eines externen Beraters v. 20. 3. 2004, Verfasser. Joachim Rottluff (kann beim Schriftführer angefordert weden)

Die Referenten werden jeweils neben launigen Dankesworten auch mit Figuren Hamburger Originale vom Vorsitzenden beschenkt.

14.30 – 16.00 Uhr, Selbständige Schule - Austausch in Arbeitsgruppen

Erstmalig wird auf einer Fachtagung in Gruppen gearbeitet. Dies findet allgemein großen Anklang und soll künftig fortgesetzt werden.

In den drei AGs
Schulverfassung: HH, Hes, NRW;
Qualitätsmanagement: SH, NRW, BW, BB, Hes, HH, Nds, Sachs;
Budgetierung: Nds, Hes, HH, BB, NRW
wird intensiv diskutiert, die Ergebnisse werden kurz im Plenum vorgestellt.

Es wird vereinbart, dass die Ländervertreter nachträglich wissenswerte Materialien an den Schriftführer versenden.

(Abgefordert werden können:
1. Hessisches Lehrerbildungsgesetz – Gesetz zur Qualitätssicherung? Zusammenfassung von Koll. Heidi Hagelüken.
2. Dazu: Div. Pressemeldungen v. 20. 9. 04 : www.hessisches-kultusminsterium.de/NewsnPress/ShowContentJS.asp?rowgui...)
3. Auszug aus RdErl d. Ministeriums f. Schule, Jugend und Kinder v. 29. 4. 2003 zum Thema „Schulprogrammarbeit und interne Evaluation“: Danach legen die Schulen zum 31. 12. 2005 (neu) ihr Schulprogramm mit Bericht zur Evaluation vor.
4. Handout von Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg in Lippe zum AHR-Bildungsgang WG incl. Stundentafel ; s. a. www.dbb-detmold.de, e-mail info(at)dbb-Detmold.de, Tel. 05231/608- 400, Fax- 460.)

Insgesamt wird festgestellt, dass die Länder/Schulen unterschiedlich weit entwickelt sind und dass Niedersachsen mit seinen Aktivitäten „sehr gut im Rennen liegt“.

2005 sollten bereits im Rahmen der Einladung die zu bearbeitenden Themen benannt und die Teilnehmer gebeten werden, entsprechende Unterlagen für die Tagung bereitzustellen.

ab 16 Uhr: Vorbereitung auf den Theaterabend im Schlosstheater „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ von B. Brecht

Nach allgemeiner Ansicht ein sehr gelungener Theaterabend in dem ältesten bespielten Theater Deutschlands!

3. Tag

Freitag, den 17. 9. 2004, 9.30 – 13.45 Uhr, Vorstellung des Betriebes mit Betriebsbesichtigung Horstmann-Steinberg GmbH, Herstellung von Druckfarben und Drucklacken für die grafische Industrie, mit anschließendem Mittagessen in der Kantine

Das Unternehmen gehört zur weltweit operierenden hubergroup und beschäftigt in Celle z. Zt. 500 Mitarbeiter bei einem Umsatz von ca. 135 Mio. €. Die Produktionsmenge beträgt ca. 35 000 t/a, das Angebot umfasst c. 20 000 Produkte, die ausschließlich an Druckereien und Fachhändler der grafischen Industrie vertrieben werden.

Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführer und einer kurzen Einführung in das Unternehmen wird der Betrieb in kleinen Gruppen erkundet. In einer sehr offenen Atmosphäre beantworten die Geschäftsführer Fragen.

Besonders herauszuheben ist die enge Kooperation der BBS Celle mit dem Unternehmen, was sich z. B. in gemeinsamen Seminaren von Schülern und Auszubildenden widerspiegelt bzw. einem Austausch über Lerninhalte zwischen Lehrern und Ausbildern des Betriebes.

Informationen: www.hostmann-steinberg.de, E-Mail info(at)hsc.de

14.30 – 16.00 Uhr, Besuch und Führung durch das Kloster Wienhausen
19.00 – ca. 22.00 Uhr, Heide-Büffet in Groß Hehlen

Zu einem besonderen Erlebnis wird der Besuch des Zisterzienserklosters Wienhausen und die Führung durch einer der Stiftsdamen: Das Kloster wurde als Frauenkloster im 13. Jhdt. gegründet und wird seit der Reformation als ev.-luth. Damenstift bis heute geführt. Bedeutsam die Wandmalereien im Nonnenchor und die Sammlung alter Teppiche.

Der Tag klingt aus bei einem hervorragendem Büffet und bei vielen guten Gesprächen.

4. Tag

Sa., 18. 9. 2004, 9.00 – 10.30 Uhr, Vorstellung der BBS Celle

Gastgeber B. Habekost stellt kurz die Schulformen der BBS Celle vor: Im Vollzeitbereich wird geführt die 2-jährige Berufsfachschule Wirtschaft, die 1-jährige Höhere Handelsschule, die Fachoberschule mit den Klassen 11 und 12 sowie das 3-jährige Fachgymnasium Wirtschaft. Im Teilzeitbereich wird in 13 Berufen ausgebildet.

Schüler/innen des WGs stellen beispielhaft allein und in Teams verschiedene Projekte vor: Methodenseminar, Management Information Game und Projektunterricht und demonstrieren auf diese Weise den Erwerb von Schlüsselqualifikationen. Großes Lob der Anwesenden!

10.30 – 13 Uhr, Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft

Zu Top 1: Begrüßung

Der Vorsitzende AG, N. Junge, begrüßt die anwesenden 35 Mitglieder.

Zu Top 2: Protokoll der Tagung von Pforzheim v. 24. -27. 9. 2003

Das Protokoll wird ohne Änderungen angenommen.

Zu Top 3: Bericht des Vorstandes

• Koll. Junge dankt noch einmal den Gastgebern in Celle für die herausragende Organisation der Tagung und für die überaus freundliche Betreuung. Frau Habekost, die ihren Mann während dessen Erkrankung zusammen mit Herrn StD Erdt vertrat, erhält einen besonderen Blumenstrauß.
• Kollege Moeller-Sönke berichtet über die Einrichtung der neuen Homepage www.ADWF.de, auf der künftig die wesentlichen Mitteilungen und Informationen erfolgen sollen (jeweiliger Tagungsort mit Programm, Protokolle, Länderberichte usw.).
• Die Werbe-Schreiben an die WGs in den neuen Bundesländern blieben erneut ohne Echo.
• Die Zahl der Eintritte in 2004 sei mit 13 erfreulich gewesen, die austretenden Mitglieder (16) seien überwiegend pensionierte Kollegen/innen. Es sei daher weiterhin wichtig, neue Mitglieder zu gewinnen. Daher sollte auch weiterhin der fachliche Teil der Tagung vorsichtig erweitert werden. Gute Beispiele seien die Präsentationen der gastgebenden Schulen in Pforzheim 2003 und hier in Celle 2004.


Zu Top 4: Berichte der Länder

Schriftlich liegen die Länderberichte vor aus: Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz. (Veröffentlicht auf der Homepage der AG www.ADWF.de)
Aus Schleswig-Holstein wird informiert, dass dort die Referendarsausbildung neuerdings an den Schulen direkt stattfindet.

Zu Top 5: Bericht der Schatzmeisterin

Koll. Sand legt den Kassenbericht von 2003 vor. Danach konnte 2003 ein Überschuss von
€ 1 362,55 erwirtschaftet werden, der Konto-/Kassenbestand beträgt per 31. 12. 2003
€ 4 055,51. Die Tagung in Pforzheim 2003 war im Vergleich zur Tagung in Wiesbaden 2002 günstiger, in 2003 wurden erhebliche Außenstände kassiert.

Die AG hat z. Zt. 205 Mitglieder, davon sind 137 aktive Mitglieder. Die Verteilung auf die Bundesländer ist unterschiedlich. Niedersachsen mit 39 liegt vor Baden-Württemberg mit 29 an der Spitze, in Bayern, im Saarland, in Sachsen-Anhalt gibt es nur je ein Mitglied.

Zu Top 6: Bericht des Kassenprüfers/Entlastung des Vorstandes

Koll. Fleischer hat die Kasse geprüft: Keine Beanstandungen. Auf seinen Antrag hin werden die Schatzmeisterin und der Vorstand einstimmig entlastet.

Zu Top 7: Antrag auf Zulassung der Mitgliedschaft von Studiendirektoren als Leiter von Fachgymnasien Wirtschaft

Nach der positiven Diskussion im Vorjahr wird dieser Antrag angenommen.
Gäste, z.B. Leiter von Fachoberschulen, den Studienseminaren, der Schulverwaltung und anderer gymnasialer Oberstufen sind grundsätzlich herzlich willkommen.

Der Antrag auf Namensänderung zur Aufnahme von (Abteilungs-) Leitern von Technischen Gymnasien wird abgelehnt.

Zu Top 8:
8.1 Vorschau Termine 2005/06

Koll. Weißer aus Villingen erklärt sich nach Vorgesprächen bereit, die nächste Tagung auszurichten. Voraussichtlicher Termin. Mi., 28. 9. – Sa., 1. 10. 2005. Erste Gespräche mit Prof. Dubs aus St. Gallen als Gastreferent zum Thema Schulentwicklung seien erfolgriech erfolgt.

8.2 Wahl des neuen Vorstandes in 2005

Die Kollegen/innen aus Nordrhein-Westfalen sind nach Ermunterung durch die Anwesenden gern bereit, im Sept. 2005 den Vorstand zu übernehmen.
Dazu soll an die Beruflichen Schulen in NRW das Protokoll von Celle und die Einladung für Villingen 2005 versandt werden.

Zu Top 9: Verschiedenes

Koll. Habekost dankt allen Teilnehmern für ihr Kommen und wünscht den Teilnehmern an der Celler Hengstparade gute Eindrücke von dieser außergewöhnlichen Show.

Helmut Strankmeyer

f t g m